Meisterkette bleibt in Hessen
Marc Weber neuer Deutscher Meister im Männer-Einer
Vom 10.-13.4.2025 wurde in Brandenburg an der Havel die Deutsche Kleinbootmeisterschaft in den Einern und Zweier ohne ausgetragen. Wie seit 2019 kommt auch 2025 der schnellste deutsche Ruderer wieder aus Hessen und heißt nicht Oliver Zeidler, sondern Marc Weber von der RuS Steinmühle Marburg.
Bei teilweise extrem Wasserbedingungen konnte Marc Weber in Abwesenheit des amtierenden Olympiasiegers von der FRG Germania sowie Jonas Gelsen (Frankfurt- Höchst), der die letzten Jahre jeweils Zweiter wurde, den höchsten nationalen Titel den man errudern kann, gewinnen, den Titel „Meister von Deutschland“, mit entsprechender Meisterkette. Dieses ist der älteste Titel den der DRV zu vergaben hat. Marc ruderte in allen Rennen sehr souverän und konnte im Finale am Ende sogar etwas die Kraft rausnehmen und siegte überlegen vor Oliver Holz (Rostock) und Felix Heinrich (Brauschweig). Wie bereits im Vorfeld mit allen Beteiligten abgesprochen wird er dennoch nicht die ganz große Saison rudern, da er sich im nacholympischen Jahr mehr auf sein Studium konzentrieren möchte. Trotz reduziertem Training, eine hervorragende Leistung von Marc Weber, der nun wohl zur Europameisterschaft in Bulgarien starten darf, da Oliver Zeidler diesem Wettkampf auslassen wird.
Die zweite Medaille aus hessischer Sicht erruderten Malou Wollenhaupt und Antonia Labonde ( beide FRGG) im Frauen Zweier ohne Steuerfrau. In einem tollen Rennen, bei starkem Gegenwind, ruderten sie ab der 1000m Position sicher auf dem dritten Platz und wurden somit bestes U23 Boot. Ebenfalls im Finale Anna Härtel, die in Rgm. mit Saarbrücken Vierte wurde. Aus Stützpunkt Sicht des Weiteren erwähnenswert, dass Paula Hartman (Mainz) Silber gewann und somit drei Frauen Zweier mit Sportlerinnen aus dem BSP Frankfurt/Mainz im Finale waren.
Ebenfalls Spitzenleistungen sowie Platzierungen im Finale erruderten sich Johanna Debus (RV Hellas Offenbach) und Rianne Lagerpusch( FRGG), die beide erstmalig in ihrer Karriere in das Finale der besten sechs Frauen Deutschlands einzogen, nachdem beide in den jeweiligen Halbfinalrennen Dritte wurden. Im Finale wurden sie dann Fünfte (Johanna) und Sechste (Rianne). Siegerin wurde die für die Schweiz rudernde Aurelia Janzen. Da beide Hessinnen noch in der U23 Klasse startberechtigt sind, haben beide somit alle Chancen sich für die U23 WM oder auch mehr zu qualifizieren.
Die nächste Medaille gab es durch Theis Hagemeister (FRGG)/ Niklas Schröder (Berlin) im Männer Zweier ohne Stm. Bereits in den Vorläufen deutete sich an, dass es hier um die Medaillen bei Theis gehen könnte. Nach einem harten und engen Rennen erruderten sie sich den Podestplatz und haben beste Chancen im Deutschland-Achter sitzen zu dürfen.
„Das Gesamtergebnis der Finalrennen ist aus Hessischer Sicht, wieder einmal muss man sagen, sehr gut. Mit drei Medaillen und fünf A-Finalteilnahmen sind wir als Stützpunkt glücklich, bedenkt man, dass Zeidler und Gelsen nicht da waren und auch Juliane Faralisch heißeste Anwärter gewesen wären ganz vorne anzukommen“, so der sportliche Leiter vom BSP Frankfurt/Mainz.“ Ein bisschen Sorge bereitet allerdings der Nachwuchsbereich, da alle U23 Finalisten aus Hessen sich im letzten Jahr dieser Altersklasse befinden. Die Jahrgänge 2004- 2006 spielten leider aus Hessischer Sicht in den ersten beiden Finals keine Rolle“, so Hollmann weiter.
Die gleichzeitig ausgetragene Leistungsüberprüfung der Junioren zeigte den beschriebenen Trend leider auch bei den Junioren. Lediglich Julius Klein (Hanau) konnte überzeugen, dafür allerdings gewaltig. Er siegte im Junioren-Einer klar und deutlich und wird somit sicher der Anwärter Nr. 1 sein, wenn es um die Junioren-WM Teilnahme in der kleinsten Bootsklasse geht. Leider erruderten sich keine weiteren Hessen ein Finalplatz in den weiteren drei Bootsgattungen JW1x, JM2- und W2-, was es so nur sehr selten gegeben hat.
Diese Leistungsüberprüfung wurde erstmalig, ein wenig verwirrend für den normalen Betrachter, in zwei Abteilungen gerudert, ein Block mit Jugendlichen, die die vorgegebene Ergometernorm erfüllten und eine Abteilung von Jugendlichen, die diese Normwerte vom Ergo nicht erfüllten. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieses, zum Nachdenken anzuregendes, Verfahren in Zukunft durchsetzen wird, da ein Quervergleich der wichtigen individuellen Leistungsfähigkeit im Kleinboot somit nicht gegeben ist und bei den heftigen Windbedingungen auch schwer zu vergleichen sein dürften.


